In einem Weiler bei Wädenswil steht ein dreigeschossiges Doppelwohnhaus. Seit 1715 ist es in zwei Wohnungen aufgeteilt. Die grössere umfasst drei Viertel der Kubatur, die kleinere lediglich den nordöstlichen Spickel des Gebäudes. Mit seinen sonnenverbrannten Lärchenholzschindeln, den hölzernen Stützen und zeittypischen Sprossenfenstern wirkt dieser Gebäudeteil wie ein freundlicher Gruss aus Ballenberg. «Ganz so alt ist diese Fassade nicht», sagt die Eigentümerin mit einem Lachen. Sie hat die Wohnung 2004 gekauft und packte sogleich eine umfassende Modernisierung an. Zuerst wurden alle Bodenbeläge ersetzt, die Wände gestrichen sowie Küche, Badezimmer und WC saniert. Der Innenraum ist ungewöhnlich grosszügig. Denn die Geschossdecke der Küche wurde vom vorherigen Eigentümer entfernt. In der strassenseitigen Stube hingegen ist die Decke noch vorhanden, und die meisten Besucher müssen den Kopf einziehen.
Aufwendige Sanierung
Der prächtige Kachelofen im Wohnzimmer wurde von der Küche aus beheizt, war aber in einem sehr schlechten Zustand. Ungefähr in den 1960er-Jahren wurden deshalb in den meisten Zimmern Elektro-Einzelspeicheröfen eingebaut. Diese gaben die Wärme mehr schlecht als recht via Schamottesteine ab und verbrauchten sehr viel Strom. Zwei Jahre nach dem Einzug wurden sie deshalb durch neue Infrarot-Heizpanels ersetzt. Im gleichen Schritt wollte die Bauherrin auch die Fassade sanieren: «Beim Einzug war alles mit Efeu überwachsen. Ich dachte, dass ich dieses entfernen und die Fassade mit normalen Lärchenholzbrettern verkleiden könnte.» Doch der städtische Denkmalschutz machte aufgrund des Ortsbildschutzes verschiedene Auflagen. Dazu gehörten das Schindelkleid, die Fenstergrössen und -proportionen und selbst die Dachuntersichten. «Der Aufwand war beträchtlich. Doch es hat sich gelohnt. Mein Hausteil ist wirklich sehr schön geworden, und davon habe nicht nur ich etwas, sondern auch die Allgemeinheit», meint die Bauherrin.
Gut 15 Jahre später packte sie nun noch die letzte Baustelle an, die Gebäudetechnik. 2022 wurde der alte Elektro-Direktboiler mit einem modernen Wärmepumpenboiler ersetzt. Auch für die mittlerweile 20-jährigen Infrarotpanels war eine Alternative gefragt. «Bei Bise hatte ich im unteren Geschoss zeitweise nur 10 oder 12 Grad Celsius. Und auch im Obergeschoss reichte es maximal für 18 Grad Raumtemperatur. Wirklich behaglich war das nicht», berichtet die Bauherrin. Die schlechte Regulierbarkeit der Heizpanels und die immer höhere Stromrechnung waren weitere Minuspunkte. Um das Problem zu beheben, nahm die Bauherrin zunächst eine Energieberatung der Stadtwerke Wädenswil in Anspruch.
Propan heizt ein
Diese Beratung lieferte erste Ideen, führte aber auch zu Fragen bezüglich Technik und Umsetzbarkeit. Für die konkrete Umsetzung wandte sich die Eigentümerin auf Empfehlung eines Bekannten an die Geiger AG in Samstagern ZH. «Eine Erdsonden-Wärmepumpe wäre zwar möglich, aber die teuerste Variante gewesen. Jedoch fanden wir auf der Westseite des Hauses einen perfekten Ort für das Aufstellen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Hier gab es eine bestehende Stützmauer aus Granitblöcken, vor der wir die Maschine auf zwei Streifenfundamente aufstellen konnten», berichtet Mathias Sigg, zuständiger Projektleiter bei der Geiger AG und eidg. dipl. Heizungsmeister. Gewählt wurde die Aerotop SPK 16 von Elco. Die Wärmepumpe nutzt das natürliche Kältemittel Propan und kann deshalb Vorlauftemperaturen von bis zu 70 Grad Celsius liefern. Dank der sehr tiefen Schallwerte ist die Aufstellung auch auf engen oder kleinen Parzellen möglich. Die Heiz- und Stromleitungen der Wärmepumpe konnten mit einer einzigen Kernbohrung in den Technikraum geführt werden.
Im Technikraum stehen die Inneneinheit der Wärmepumpe sowie ein neuer Pufferspeicher (Volumen 400 Liter). Dieser Speicher vermeidet das allzu häufige Ein- und Ausschalten der Wärmepumpe, worunter der Kompressor leiden würde. «In Wädenswil gibt es gewisse Sperrzeiten des Energieversorgers. Deshalb haben wir den Speicher etwas grösser gewählt als üblich. So kann er vor oder nach den Sperrzeiten geladen werden», erläutert Mathias Sigg. Weil die Wärmepumpe sehr effizient arbeitet und pro Einheit elektrischen Stroms drei bis vier Einheiten Wärme aus der kostenlosen Umgebungsluft erzeugt, sollten die Stromrechnungen ab der kommenden Heizsaison merkbar sinken.
Neue Wärmeverteilung
Beim Gang durch die Wohnung zeigt sich eine weitere Besonderheit beim Umstieg von Elektroheizungen auf eine moderne Heizungslösung: Für die Wärmeabgabe wurden insgesamt elf neue Niedrigtemperatur-Heizkörper montiert. Im Gegensatz zu den Infrarot-Panels, die «nur» eine elektrische Leitung benötigen, ist für jeden Radiator eine wassergeführte Wärmeverteilung, also ein Vor- und Rücklaufrohr, notwendig. «Der Umstieg von einer Öl- oder Gasheizung ist einfacher, weil die Verrohrung bereits vorhanden ist», sagt Ralph Huber, zuständiger Verkaufsberater bei Elco. Wer seine Elektroheizung saniere, müsse deshalb in der Regel auch die neuen Heizkörper und deren Verteilsystem auf der Rechnung haben. Den Einbau einer Fussbodenheizung auf allen Geschossen hat die Eigentümerin rasch verworfen: «Das wäre unverhältnismässig teuer geworden, und ich hätte wegen der langen Trocknungszeiten der Unterlagsböden über Monate eine andere Bleibe suchen müssen.»
Die Bauarbeiten verliefen problemlos. Wie viele Heizungsinstallateure bietet auch die Geiger AG ihrer Kundschaft an, alle Gewerke zu koordinieren. Vom Baumeister über den Elektroinstallateur bis zum Gärtner wurden so alle Gewerke ideal aufeinander abgestimmt. Mit dem fertigen Projekt sind die Beteiligten alle sehr zufrieden. «Ich bin froh, dass mein Haus nun à jour ist. In den nächsten Jahren kann ich wohnen und geniessen und muss mich nicht mehr um Sanierungen kümmern», sagt die Bauherrin. Installateur Mathias Sigg spricht von einem idealen Gesamtpaket: «Wir konnten neue Technik in das schöne alte Gebäude bringen, und das zu sehr vernünftigen Kosten. Für die Sanierung findet man immer eine gute Lösung – ohne, dass die Eigentümerschaft wochenlang ins Hotel flüchten muss.» Und Ralph Huber von Elco ergänzt: «Wir machen sehr gute Erfahrungen mit der neuesten Generation der Propan-Wärmepumpen. Sogar jahrhundertealte Häuser wie dieses Bijou können damit problemlos beheizt werden.»
Projektdaten
Alte Heizungslösung
Elektro-Speicheröfen mit Schamottesteinen für Raumwärme, nach dem Einzug ersetzt durch Infrarot-Heizpanels. Elektro-Direktboiler für Warmwasser.
Neue Heizungslösung
Luft-Wasser-Wärmepumpe Elco Aerotop SPK16 für Raumwärme (allgemeine Räume) sowie 2 bestehende Infrarot-Heizpanels (Nasszellen). Pufferspeicher 400 Liter für Wärmepumpe, Fernwartung Remocon Net. Wärmepumpenboiler für Warmwasser.
Installation
Geiger AG, Samstagern ZH.
Beratung
Elcotherm AG, Regionalcenter Winterthur.










