Ratgeber Bauen

Heizungsersatz: Vor- und Nachteile der Lösungen mit erneuerbaren Energien

Wie ist mit den Standardlösungen zum Heizen nach den Richtlinien der Kantone umzugehen, und wo liegen die Vor- und Nachteile von Lösungen mit erneuerbarer Energie wie Wärmepumpen, Holz oder Fernwärme?

Die «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich» (MuKEn) legen in Standardlösungen fest, welche Wärmeerzeuger-Typen bei einer Heizungssanierung verbaut werden dürfen, um die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen. Es gibt elf Lösungen, auf die Sie als Hauseigentümer zurückgreifen können. Alle diese Standardlösungen integrieren erneuerbare Energien zur Heizwärme-Erzeugung, direkt durch die Nutzung von Solarenergie oder indirekt über elektrische Wärmepumpensysteme (WP), Holzfeuerungen oder einen Fernwärmenetz-Anschluss. Die MuKEn gelten für Wohnhäuser, die vor 1993 gebaut wurden und in die GEAK-Gebäudeklassen E bis G fallen. Ein Heizungsersatz bei solchen Gebäuden verpflichtet Eigentümer, auf eine der Standardlösungen nach MuKEn zurückzugreifen.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann innen oder aussen aufgestellt werden, benötigt wenig Platz (da kein Tank notwendig ist) und kostet etwa 35 000 Franken. Bei einer Aussenaufstellung sind der Geräuschpegel und der reduzierte Wirkungsgrad bei tiefen Aussentemperaturen zu bedenken. Die Kombination mit einer Bodenheizung ist aufgrund tiefer Vorlauftemperaturen ideal. Wärmepumpen funktionieren aber auch mit Radiatoren. Geräuscharme Sole-Wasser-Wärmepumpen werden innen aufgestellt und kosten mindestens das Doppelte wegen der nötigen Tiefenbohrung. Pellets-, Schnitzel- oder Stückholzheizungen sind CO2-, nicht aber Feinstaub-neutral, nachwachsend und benötigen für das Brennstofflager mehr Platz. Die Anlagen sind komplex, benötigen eine regelmässige Asche-Entfernung und eine Reinigung des Feuerraums. Mit ca. 20 000 Franken ist ein Fernwärmeanschluss am günstigsten, unterhaltsarm, sehr langlebig und braucht wenig Platz. Jedoch besteht eine Abhängigkeit vom Versorger, und die Zugänglichkeit zur Fernwärmestation für den Versorger muss gewährleistet sein.

Stefan Aeschi, Experte Bau- und Energietechnik beim HEV Schweiz

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