Garten und Terrasse

Schön hier, aber lebensgefährlich

Früh erwacht – und schon in Lebensgefahr. Im Februar sollte der Igel noch schlafen. Wird er zu diesem Zeitpunkt durch frühe Gartenarbeiten geweckt, kann das für ihn fatale Folgen haben.

Im besten Fall schläft der Igel im Februar noch tief und fest. Sein Körper ist auf Sparflamme eingestellt, der Herzschlag verlangsamt, die Energiereserven sind genau kalkuliert. Der Winter ist noch nicht vorbei, auch wenn einzelne sonnige Tage bereits Frühlingsgefühle auslösen. Für den Igel ist diese Zeit entscheidend: Jede unnötige Störung kann ihn aus dem Winterschlaf reissen – und genau das wird schnell lebensgefährlich.

Doch oft genügt bereits der erste Sonnenstrahl, damit im Garten die Aktivität beginnt. Laub wird entfernt, Beete freigelegt, Hecken ausgelichtet. Was für Menschen nach einem harmlosen Frühstart aussieht, ist für schlafende Tiere eine massive Störung. Wird ein Igel jetzt geweckt, verbraucht er in kürzester Zeit wertvolle Energie, die er nicht mehr ersetzen kann.

Ruhe gönnen

Ein zu früh erwachter Igel ist geschwächt, oft orientierungslos und besonders anfällig. Er findet weder ausreichend Nahrung noch sichere Verstecke und ist Gefahren schutzlos ausgeliefert. Auf der Suche nach Futter oder einem neuen Unterschlupf bewegt er sich häufiger und auch tagsüber durch Gärten, Siedlungen und über Strassen. Gerade im Frühling, wenn viele Igel noch geschwächt und desorientiert unterwegs sind, stellt der Strassenverkehr eine zusätzliche, oft tödliche Gefahr dar.

Deshalb gilt gerade jetzt: Im Garten darf noch Winter sein. Laub, Asthaufen und unaufgeräumte Ecken sind keine Nachlässigkeit, sondern lebenswichtige Rückzugsorte. Wer dem Garten im Februar Ruhe gönnt, schenkt dem Igel Zeit – und damit eine echte Überlebenschance. Der Rest des Jahres wird für ihn anstrengend genug.

Immer ein Warnsignal

Und noch etwas Wichtiges: Werden im Februar oder im frühen Frühjahr bereits Igel gesichtet, ist das fast immer ein Warnsignal. Diese Tiere brauchen sehr wahrscheinlich Hilfe.

In solchen Fällen sollte man nicht rätseln, googeln oder zögern und sich an die Helpline von pro Igel wenden (0800 070 080, täglich von 16 bis 20 Uhr). Fachkundige Beratung kann Leben retten, und ein kurzer Anruf ist deutlich sinnvoller als ein später Nachruf.