Wer auf dem Dach oder an der Fassade eine Photovoltaikanlage installieren lässt, macht sein Haus zu einem kleinen Stromkraftwerk. Je mehr vom eigenen Solarstrom man selbst verbraucht, desto wirtschaftlicher ist die Investition in die Photovoltaik. Weiter steigern lässt sich der Eigenverbrauch, wenn zusätzlich ein Batteriespeicher eingebaut wird. Dieser erlaubt es, überschüssigen Solarstrom tagsüber zwischenzuspeichern, statt ihn ins Netz einspeisen zu müssen. So steht er am Abend und in der Nacht zur Verfügung, wenn die Solaranlage nicht mehr produziert.
Tiefere Kosten, höhere Wirtschaftlichkeit
Solche Batteriespeicher waren lange Zeit derart teuer, dass sie bei einer rein wirtschaftlichen Betrachtungsweise kaum rentierten. Heute ist das anders, denn die Anschaffungskosten sind stark gesunken. Wer 2025 in seinem Eigenheim einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 15 Kilowattstunden installieren liess, bezahlte dafür inklusive Installation rund 8800 Franken. Zum Vergleich: Im Jahr davor hätte das gleiche System noch 10 600 Franken gekostet und vor zehn Jahren sogar noch über 22 000 Franken.
Durch die tieferen Investitionskosten hat sich die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern deutlich verbessert. Daneben erhöhen zwei weitere Entwicklungen die Attraktivität. Zum einen sind die Strompreise für Haushalte seit einigen Jahren vergleichsweise hoch, zum anderen sinken die Entschädigungen für überschüssigen Solarstrom, den man ins Netz einspeist. Bezieht man dank eigenem Speicher weniger Strom aus dem Netz, sinken die Stromkosten. Zudem lässt sich überschüssiger Strom zwischenspeichern und selbst nutzen, anstatt dass man ihn gegen wenig attraktive Vergütungstarife einspeist.
Förderbeiträge und tiefere Steuern
Die Investitionskosten für einen Batteriespeicher lassen sich je nach Wohnort weiter reduzieren, weil einige Gemeinden, Energieversorger und Kantone die Anschaffung finanziell unterstützen. Ob ein solches Förderangebot besteht und welche Anforderungen zu erfüllen sind, findet man am einfachsten über die Plattform www.energiefranken.ch heraus. Zudem ist die Investition in einen Batteriespeicher je nach Kanton noch mindestens bis Ende 2028 – solange der Eigenmietwert gilt – steuerlich abzugsfähig, sodass man indirekt weitere Kosten sparen kann. Gemäss einem Merkblatt des Branchenverbands Swissolar gelten Batteriespeicher in den Kantonen AG, BE, ZH, SG, SO, OW und SZ explizit als Umweltschutzmassnahme, so dass der Steuerabzug zulässig ist.
Das Netz stabilisieren
Wer in einen Batteriespeicher investiert, profitiert nicht nur selbst, sondern trägt auch zur Stabilität des Stromnetzes bei. Indirekt entlastet man das Netz, indem man den Solarstromüberschuss zumindest teilweise in einer Batterie zurückhält und nicht komplett einspeist. Das hilft, eine Überlastung des Netzes zu vermeiden, denn üblicherweise speisen zur selben Zeit auch viele andere Solaranlagen ihren Überschuss ins Netz ein.
Noch vorteilhafter sind Batterien, die netzdienlich betrieben werden. Dabei überlässt der Eigentümer dem Netzbetreiber die Steuerung seiner Batterie und erhält dafür eine Entschädigung. Der Betreiber kann dadurch gezielt Last- und Einspeisespitzen glätten («Peak Shaving»), indem die Batterie Strom aufnimmt oder abgibt. Solche Angebote sind allerdings in der Schweiz noch nicht flächendeckend verfügbar. Die Berner Fachhochschule führt eine Übersichtskarte, auf der jene Netzgebiete und -betreiber eintragen sind, die Anreize zum netzdienlichen Betrieb von Batteriespeichern bieten (siehe Box).
Von tieferen Preisen profitiert
Dass es sich für Eigentümerschaften von bestehenden Solaranlagen lohnen kann, nachträglich einen Speicher nachzurüsten, zeigt das Beispiel von Heinz Geiger. Als er sich Ende 2024 entschied, das Dach seines Einfamilienhauses in Bettingen bei Basel mit einer Solaranlage auszurüsten, verzichtete er noch auf den Einbau eines Batteriespeichers. «Es war mir damals zu teuer», erklärt Geiger. Doch dann seien die IWB-Solarexperten der Firma Planeco, welche die Solaranlage geplant und installiert hatte, ein knappes Jahr später mit einem neuen Angebot auf ihn zugekommen. «Aufgrund der stark gesunkenen Batteriepreise konnten sie mir den Speicher für ein Drittel weniger offerieren.» Der Einbau einer Batterie mit einer Kapazität von 9,5 kWh war für den Eigentümer dadurch finanzierbar, und er gab grünes Licht.
Viele Ladezyklen
Weil bereits Daten zum Ertrag der Solaranlage vorhanden waren, konnte das Planerteam genau analysieren, wann die Anlage wie viel Überschuss erzeugt. Dies erlaubte es, den Speicher besonders präzise auf das bestehende System auszulegen. Der Einbau im Keller von Geigers Einfamilienhaus erfolgte im Dezember 2025 innerhalb weniger Stunden. Der Platzbedarf ist gering, der Speicher passte problemlos an eine freie Wand im Heizungskeller. Zusätzlich installierten die Fachleute von Planeco eine Notstromsteckdose als Erweiterung des Wechselrichters. Dies ermöglicht es, bei einem Stromausfall sowohl den eigenen Solarstrom als auch den in der Batterie gespeicherten Strom zu beziehen.
Der Eigentümer ist mit dem Batteriespeicher sehr zufrieden. «Durch die genaue Dimensionierung erreichen wir eine hohe Wirtschaftlichkeit, denn der Speicher kann dadurch sehr oft beladen und wieder entladen werden», erklärt Geiger. «Sollten die Anschaffungskosten weiter sinken oder die Kosten für Netzstrom steigen, liesse sich der Speicher dank seines modularen Aufbaus problemlos erweitern.»
Höherer Eigenverbrauch, tiefere Kosten
Welche Vorteile der Batteriespeicher konkret bietet, zeigt der Vergleich der Monate Februar bis April im Jahr 2025 (ohne Speicher) und 2026 (mit Speicher). Ohne Speicher erreichte die Solaranlage in den drei Monaten 2025 durchschnittlich einen Eigenverbrauchsanteil von 62 Prozent. Ein Jahr später lag dieser Wert durch die Integration der Batterie deutlich höher, nämlich bei 80 Prozent. Geiger musste rund 450 kWh weniger Strom aus dem Netz beziehen, weil er auf eigenen Solarstrom zurückgreifen konnte, der in der Batterie zwischengespeichert war. Innert dreier Monate konnte er so rund 150 Franken an Stromkosten einsparen. Das belegt: Sich selbst mit Energie zu versorgen, gibt einem nicht nur ein gutes Gefühl, sondern schont auch das eigene Portemonnaie.
Nützliche Links
Übersichtskarte Anreize netzdienliches Verhalten
Weitere Informationen finden Sie unter: energieschweiz.ch






