Ratgeber Tiere

Sonnenbrand bei Tieren

Vielen Menschen wird es viel zu spät bewusst: Auch Tiere können einen Sonnenbrand bekommen. Dies hat oft schwere Folgen. Ob bei Menschen, Katzen, Hunden, Kühen oder Schweinen – zu viel UV-Strahlung kann Hautkrebs verursachen.

von Esther Geisser

Präsidentin Network for Animal Protection (NetAP)

Besonders gefährdet sind Tiere mit hellem Fell und Hautstellen mit wenig Haaren wie zum Beispiel Ohrmuscheln, Nasenrücken, Nasenspiegel und die Umgebung rund um die Lippen. Am häufigsten betroffen von Hautkrebs sind Katzen mit hellen Ohren.

Erste Anzeichen werden oft verwechselt

Es beginnt meist als Rötung, es können Haare ausfallen oder die Haut beginnt zu schuppen, Ohrspitzen verdicken und es bilden sich Krusten. Wenn die Veränderungen der Haut weiter fortschreiten, werden diese fälschlicherweise oft mit Kampfspuren verwechselt. Die Ohren oder auch die Nase sehen aus, als ob sie angefressen oder durch Bisse oder Krallen verletzt worden wären.

Zu oft bleibt ein solcher Hautkrebs lange Zeit unentdeckt, da er nicht als gefährlich angesehen wird. Im ersten Stadium der Erkrankung stört sich das Tier kaum an den Veränderungen der Haut. Mit der Zeit aber kann ein Juckreiz auftreten, der Patient beginnt deshalb allenfalls regelmässig den Kopf zu schütteln und sich zu kratzen. Schreitet der Tumor fort, treten auch Schmerzen auf. Zusätzlich können sich die betroffenen Hautstellen durch das häufige Kratzen mit Bakterien infizieren und zu eitern beginnen. Der Krebs verhält sich zwar lokal aggressiv, hat aber den Vorteil, dass er in der Regel nur langsam streut. Wird er frühzeitig erkannt und rasch behandelt, kann sogar eine komplette Abheilung erzielt werden. Eine operative Entfernung lässt sich kaum vermeiden. Beschränkt sich der Tumor zum Beispiel nur auf die Ohrmuscheln, kann man diese amputieren und somit eine weitere Ausbreitung verhindern. Je nach Lokalisation gestaltet sich eine Entfernung jedoch schwierig. Da, wo eine Amputation oder eine grosszügige Resektion nicht möglich ist, können andere Therapien angewendet werden, wie zum Beispiel die Strahlentherapie mit ionisierenden Strahlen oder die photodynamische Therapie.

Schutz und Vorbeugung

Das Wichtigste für die pelzigen Patienten ist in jedem Fall die Minimierung der weiteren UV-Belastung. Dies ist einerseits durch das konsequente Eincremen mit Sunblockern möglich (hierzu kann eine parfümfreie Babysonnencreme mit sehr hohem Schutzfaktor oder eine spezielle Tiersonnencreme verwendet werden), und andererseits durch eine Einschränkung des Freiganges in den Sommermonaten während sonniger Tage bzw. eine Verschiebung der Ausgangszeiten in die Dämmerung und Nacht hinein.

Nach dem Motto «Vorbeugen ist besser als heilen», sollte bei weissen und hellen Tieren bzw. bei Tieren mit unpigmentierten Ohren oder Nasen als Prävention generell ein UV-Schutz aufgetragen und zu intensives Sonnenlicht vermieden werden. Wird dies schon in jungen Jahren konsequent praktiziert, gewöhnen sich die meisten Tiere schnell an das unangenehme aber sie schützende Prozedere.

Besonders gefährdet sind Tiere mit hellem Fell und Hautstellen mit wenig Haaren.

Autorin für Tierthemen

Esther Geisser schreibt regelmässig Ratgeber und Fachartikel zu verschiedenen Aspekten der Tierhaltung und des Tierschutzes.

 

Die Juristin ist Präsidentin und Gründerin von Network for Animal Protection (NetAP) und hat ein Diplom als Verhaltenstherapeutin für Kleintiere (I.E.T). Sie ist Mitglied der VIETA und hat die FBA für Betreuungsper-sonal in Tierheimen inkl. Praktikum erfolgreich absolviert. Im Tierschutz ist sie seit frühester Kindheit aktiv.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Organisation unter netap.ch sowie bei uns auf der Zeitungswebsite in der Rubrik «Tiere».